Welttag zur Überwindung der Armut

17. Oktober 2019

 

„Mit allen Kindern,  ihren Familien und der Gesellschaft der Armut ein Ende setzen“

So lautete das Thema am Welttag gegen Armut, der dieses Jahr im Beisein von vielen Persönlichkeiten und Sympathisanten im Rahmen des 30. Jahrestages der Konvention für die Rechte der Kinder begangen wurde.

Nach einer kurzen Einleitung von Madame Joëlle Christen, Präsidentin der Bewegung ATD Quart Monde Luxemburg, hat Madame Andrée Birnbaum, Vize-Präsidentin des Obmbutscomité fir d’Rechter vum Kand das Wort ergriffen um die Arbeit des ORK hervorzuheben.

Das ORK hat verschiedene Aufgaben:

  • Die Rechte der Kinder bekannt machen,
  • Darüber wachen, dass die Rechte der Kinder angewandt und respektiert werden,
  • Sich der individuellen Fälle, bei denen die Kinderrechte nicht angewandt  wurden, annehmen oder, wenn der Eindruck entsteht, dass dem obersten Interesse des Kindes nicht genügend Rechnung getragen wurde,
  • Informieren und beraten,
  • Die Mediation zwischen zwei Parteien sicherstellen,
  • Der Regierung Empfehlungen machen.

Einmal im Jahr, und zwar im Allgemeinen am Tag der Kinderrechte am 20.November, wird der offizielle Bericht des ORK vorgestellt. Dieser Präsentation folgen dann eine ganze Reihe von politischen Versammlungen in der Abgeordnetenkammer sowie in den Ministerien, um über den Bericht zu diskutieren.

Die wichtigsten Gründe für eine Anfrage beim ORK waren folgende:

  • Scheidungen und Trennungen: die Kinder befinden sich oft in einer sehr schwierigen Lage.
  • Probleme in der Schule und im Erziehungsbereich von Kindern mit spezifischen Bedürfnissen: Wie können sie am besten in die Schule integriert werden? Was ist gut und wichtig für die Kinder? Es ist vorrangig, die Eltern mit einzubeziehen. Oft fühlen sie sich nicht genügend mit einbezogen.
  • Die Kinder mit Migrationshintergrund: es gibt eine Reihe von Kindern ohne Identitätskarte und die nicht die gleichen Rechte wie die anderen Kinder haben. Oft müssen sie in ihr Herkunftsland zurückkehren, um einen Ausweis zu bekommen, was aber oft wegen Konflikten und anderen Gefahren nicht möglich ist. In jedem Fall muss also einzeln analysiert werden, was gemacht werden kann und die Zusammenarbeit mit einer Vielfalt von Ministerien ist sehr wichtig.
  • Auch in unserem Land gibt es Kinder, die Opfer von Gewalt sind, Kinder, die mit dem  Existenzminimum leben müssen und keine angemessene Wohnung haben…  Auch, wenn wir in einem Land leben, in dem die Rechte der Kinder viel mehr respektiert werden als in anderen Ländern, bleibt noch viel Arbeit zu tun für das ORK und alle Organisationen und Ministerien, die sich um die Rechte der Kinder kümmern.

Auf die Rede von Madame Birnbaum folgten die Zeugnisse der Kinder und der Eltern.

Zeugnis von Israël – 11 Jahre alt

"Die Kinder brauchen Nahrung und eine gute Bildung. Sie benötigen auch gutes Schulmaterial. Sie brauchen Eltern, die sich um sie kümmern".

Auszug aus dem Zeugnis der Eltern:

Liebe Kinder, wir sind stolz auf euch. Wir wünschen euch eine gute Gesundheit, genügend Nahrung und Kleidung, eine gute schulische Ausbildung sowie  dass ihr geachtet und geliebt werdet. Und das alles, egal ob ihr reich oder arm, weiß oder schwarz, behindert oder gesund seid. Ihr sollt gut in euren Schulen integriert sein, um bessere Aussichten auf Erfolg zu haben. Wir wollen, dass ihr und eure Familien eine gute, gesicherte und schützende Wohnung habt........“.

Fortsetzung der Zeugnisse: Siehe Heftchen unten

Die Präsentation und die Zeugnisse der Jugendlichen sind ebenfalls bei den Anwesenden gut angekommen.

Die Jugendlichen stellten „die Graffitimauer“ vor, welche sinnbildlich für Armut, Ausgrenzung, fehlenden Kontakt und Hindernis an der gesellschaftlichen Teilhabe der armen Menschen steht. Diese Mauer wurde dann zu einer Treppe, welche die Entwicklung eines Baumes mit darin „verwurzelten“ alternativen Werten, wie Chancengleichheit, Menschenwürde, Zusammenhalt und Gleichwertigkeit darstellt, umgebaut.

Zeugnis der Jugendlichen

Tamara: "In meinen Bildern habe ich Obdachlosigkeit und Abhängigkeit gezeichnet, es ist für mich wichtig ein normales, geordnetes Leben zu führen, eine Arbeit, eine Unterkunft und Arbeit zu haben und ein Teil der Gesellschaft zu sein…."

Fortsetzung der Zeugnisse: Siehe Heftchen unten

Die musikalischen Zwischenspiele des Gesangvereins “Home Sweet Home” und des Kinderchors "Heemelsdéiercher" aus Limpertsberg haben die Veranstaltung aufgeheitert. Die zahlreichen Kinder haben eine freudige und einladende Atmosphäre geschaffen.

Um diesen festlichen Moment abzuschließen, haben alle Kinder ein Lichtlein um das Bild von Joseph Wresinsky, dem Gründer von ATD Quart Monde, aufgestellt. Ein Moment der Stille wurde eingehalten im Gedenken an abwesende oder verstorbene Personen.

LIVRET

 

Ansprache der Frau Birnbaum, Vize-Präsidentin des ORK

Ansprache von Frau Birnbaum, Vize-Präsidentin des ORK 

Zeugnisse der Eltern

Zeugnisse der Eltern

Zeugnisse der Kinder

Zeugnisse der Kinder

Die Jugendgruppe

Die Jugendgruppe

Der Chor

Der Chor

Mme Corinne Cahen
  • Herr Mars Di Bartolomeo, Abgeordneter
  • Frau Corinne Cahen, Famillienministerin
  • Frau Andrée Birnbaum, Vize-Präsidentin des ORK
  • Frau Joëlle Christen, Präsidentin der Bewegung ATD Quart Monde Luxemburg