Unsere Geschichte

Le camp à Noissy-le-Grand

Die Ursprünge der Internationalen Bewegung ATD Vierte Welt

Die Bewegung ATD Vierte Welt wurde 1957 von « Père » Joseph Wresinski und verschiedenen Familien aus einem Pariser Elendsviertel gegründet. Ersterer stammte selbst aus einer sehr armen Familie.

Gemeinsam mit den Ärmsten der Gesellschaft setzte er es sich zum Ziel, die Menschheit vom Elend zu befreien, und rief jeden Einzelnen dazu auf, sich dem Kampf gegen die Armut anzuschließen.

Die Anfangsbewegung ist im Laufe der Zeit zu einer internationalen Bewegung herangewachsen, die heute auf fünf Kontinenten präsent ist.

ATD Quart Monde à Luxembourg

ATD Vierte Welt in Luxemburg

Die Bewegung ATD Vierte Welt hat sich 1977 auch in Luxemburg niedergelassen und sich dort 1981 als eingetragener Verein ohne Gewinnzweck (in Luxemburg: « Association sans but lucratif ») konstituiert.

Eine der ersten Tätigkeiten des Vereins bestand darin, Straßenbibliotheken im Viertel « Pfaffenthal » in Luxemburg-Stadt zu errichten. Im Jahr 1981 konnte der kulturelle Dreh- und Angelpunkt « Atelier Zeralda », ein Ort zum Wissensaustausch für die Kinder des Viertels, geschaffen werden. Darüber hinaus war dieser kulturelle Dreh- und Angelpunkt ein Ort des Stolzes sowie der Ermutigung für die Einwohner des Viertels. Im Januar 1989 hat ATD Vierte Welt die Geschäftsführung jenes Ateliers der « Association CARITAS Luxembourg» übertragen.

Es wurde Kontakt zu immer mehr Familien im ganzen Land hergestellt. Im Jahr 1991 ist die Bewegung ATD Vierte Welt schließlich in die « Maison Culturelle Quart Monde » in Luxemburg-Stadt umgezogen. Dies ist der Ort der Begegnung, der Ausbildung, der Aktion sowie der Dokumentation, sowohl für die in Armut lebenden Menschen als auch für diejenigen, die sich mit ihnen solidarisch zeigen.

Die großen Etappen und wichtigsten Aktionen

Notre nom : Le Quart Monde

Unser Name : Die Vierte Welt

Im Jahr 1966 wurden, in Zusammenarbeit mit den ersten Volontären, die Grundsätze des Vereins verfasst: « Jeder Mensch trägt in sich einen unverlierbaren Wert, der ihm seine Menschenwürde verleiht. »

Um sich der Ausdrücke « soziale Härtefalle » oder « unangepasste Familien » zu entledigen, schlug Joseph Wresinski eine Bezeichnung vor, die Hoffnung und Würde enthält: die Vierte Welt.

Die Formulierung « Vierte Welt » nimmt Bezug auf den « Vierten Stand » während der Französischen Revolution. Frankreichs Gesellschaft war damals in drei Stände eingeteilt: den Klerus, den Adel und den Dritten Stand. Die Tagelöhner, die Armen und die Behinderten gehörten nicht einmal dem Dritten Stand an, da sie keine Steuern zahlten. Als Versuch, die betroffenen Gruppen während der Generalstände von 1789 zu repräsentieren, sind die von Louis Pierre Dufourny de Villiers ausgearbeitete Hefte des « Vierten Standes » anzusehen.

Der Ausdruck « Vierte Welt » rehabilitiert insofern eine missachtete Bevölkerung. Von nun an bedeutet der Begriff der Vierten Welt den Zusammenschluss der Armen und Nicht-Armen im gemeinsamen Kampf gegen das Elend.

 

 

Und Atd?

Der Verein « Aide à toute détresse » (deut. « Hilfe für jegliche Not »), der 1957 von Joseph Wresinski im „Bidonville“ in Noisy-le-Grand gegründet wurde, ist in der Folge ATD Vierte Welt geworden.

Im Jahr 2009 hat der Verwaltungsat der Internationalen Bewegung ATD Vierte Welt die Initiative der Mitglieder der philippinischen Bewegung, sich « All Together in Dignity » zu nennen, berücksichtigt und entschieden, den Siglen ATD im Französischen die Bedeutung « Agir Tous pour la Dignité » (deut. « Alle zusammen für die Würde ») zu geben.

Dieser Slogan bringt zum Ausdruck, inwiefern unsere Herangehensweise im Kampf gegen die Armut auf der Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen basiert.

« Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. »

(Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948)